08.2017 - Merinowolle

08.2017 - Merinowolle

In den vergangenen Wochen sind wir sehr oft von unseren Kunden für unsere extrafeine Merinowolle gelobt worden. Dabei wurde oft die Frage gestellt, was unsere Merinowolle so besonders macht und ob man das nicht mal erklären könnte? Hiermit wollen wir es einmal versuchen.

Um zu verstehen, was Merinowolle so einzigartig macht, müssen wir jedoch einen kurzen Ausflug in die Vergangenheit machen.

 

Geschichte:

Der sage nach brachten die Römer besonders feinwollige Schafe aus dem Kaukasus nach Spanien wo die Mauren bereits ein sehr feinwolliges Bergschaf aus Afrika angesiedelt hatten.

Aus der Kreuzung des Römerschafes und des afrikanischen Bergschafes entstand das Merinoschaf.

Bis 1743 hatte Spanien das Monopol auf die Merinoschafe. Danach verbreitete sich das Merinoschaf weltweit. Besonders stark jedoch in Australien und Neuseeland.

Kreuzungen aus Merino und anderen Schafrassen bezeichnet man als Kreuzzuchtschafe, im englischen crossbreed.

Soviel zur Geschichte...

 

 

Das Merinoschaf ist ein feinwolliges Schaf mit einem Vlies aus stark gekrauseltem feinen Unterhaar, die Feinheit der Wolle wird heute in micron gemessen. Es beginnt bei 14,5 micron und endet bei 23 micron.

Im Grunde gilt folgende Faustregel:

- je feiner desto besser - je feiner desto teurer -

 

In der Praxis haben aber noch wesentlich mehr Parameter Einfluss auf die Garnegalität.

 

1. Feinheit

2. Stapellänge (Diese gibt die durchschnittliche Länge der Wollfaser an.)

3. Farbe (Je weißer eine Wolle, desto teurer wird Sie.)

4. Glanz (Je höher der Glanz, desto teurer wird Sie.)

5. Kräuselung

 

Diese fünf Qualitätsmerkmale werden von uns bei der Entwicklung unserer Merinowolle brücksichtigt.
Lassen Sie es mich anhand unserer Gipfelwelten erklären:

 

Wir wollten hier ein "Allaround-Garn" entwickeln, welches sich sowohl im Strumpf auch als im Pulloverbereich einsetzen
lässt. Es sollte also sehr weich, sehr strapazierfähig und leicht zu färben sein.

Wir wählten eine sehr helle Merinowolle (umso heller, umso leichter zu färben) mit einer Feinheit von 19,5 micron (nicht zu fein, nicht zu grob) - diese Feinheit wird als "extra Fein" bezeichnet. Wir wählten ein stark gekrauselte Wolle, die ein sehr hohes Volumen im Faden erzeugt. Als Faserlänge wählten wir ein 65 mm aus, die kaum zu überbieten ist.

Für die Stabilität mischten wir 25% Polyamid ein um auch im Strumpfbereich zu funktionieren.

In der Spinnerei wählten wir möglichst niedrige Drehzahlen um ein maximales Volumen zu erhalten.
Wählt man die Drehnung zu hoch, wirkt ein Garn flach, hart und man erhält keinen Glanz.

 

So sieht man letzlich, dass es nicht nur alleine auf die Feinheit eines Garnes ankommt, sondern noch viel mehr dazu gehört.

 

Feinheit, Faserlänge, Kräuselung, Glanz und Farbe der Wolle sowie eine schonende Verarbeitung bringen ein optimales Ergebnis.

 

Hier noch einige grunsätzliche Einstufungen:

 

1. Faserfeinheit

Merinowolle 14.5 bis 23 µ = :-)

Crossbreed-Wolle 24 bis 33 µ = :-(

Cheviot-Wolle 33 bis 54 µ = :-( :-(

 

2. Stapellänge

  :-(                                                            :-)   

50 mm                      58 mm                      73 mm

 

3. Farbe

  :-(                                                              :-)   

braun                         gelb                          weiß

 

2. Glanz

  :-(                                                              :-)   

matt             schwach glänzend              stark glänzend

 

2. Kräuselung

  :-(                                                                :-)   

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Sollten jetzt noch Fragen offen sein, könnt Ihr mich gerne kontaktieren und ich werde versuchen eure Fragen zu beantworten.

 

Eure Beate